Bericht der Prunksitzung 2019

Zeitung schreibt "Die Post machte närrische Überstunden"

18.02.2019 09:51 von Tobias Hauk (Kommentare: 0)

Ein Bericht von Rainer Wagner - erschienen in der RNZ: Direktlink zum online Lesen inkl. Bildergalerie

Höpfingen. "Die Post ging ab" - im wahrsten Sinne des Wortes - am närrischen Freitag auf der Poststelle in der "Quetschehalle". Und mit jeder Minute Programm wurde aus der Poststelle ein Groß-Postamt der Narretei. Die Sortierer und Verteiler leisteten beste Arbeit und die "Zusteller der närrischen Lieferungen" entpuppten sich als jung, innovativ, bodenständig und findig. Was die Aktiven bei der Prunksitzung an "närrischer Post" verteilten, war äußerst kurzweilig, weder zu lang, noch angestaubt, sondern sauber frankiert mit kunterbunten Wert- und Sondermarken. Verteilt wurde das Ganze mit der Musik der Musikkapelle Höpfingen unter der Leitung von Peter Fieger, bei der jeder Ton und jeder Tusch saßen.

Beim Einzug sortierte sich schon die bunte Schar der 19 Abordnungen aus dem Narrenring Main-Neckar zusammen mit den beiden Prinzenpaaren auf der Bühne. "Post"-Präsident Jürgen Farrenkopf und Vorsitzender Günter Schell nahmen sie in Empfang und benannten sie einzeln, während Alex Difloé (Külsheim) an alle eine erste Grußbotschaft versendete.

Königlich und kaiserlich auch die "Majestäten" auf der Bühne, die Präsident Jürgen Farrenkopf in Hochform als herausragende Wertmarken präsentierte: Das Kinderprinzenpaar 2019: Prinzessin Maya "die Straußewärtin vom Adelsberg" und Prinz Quentin "der Fischkopp-Kicker von de Lorenze" sowie das Prinzenpaar Matze I. (Mathias Hauk) und Prinzessin Danie "die Kaiserin" (Daniela Kaiser-Hauk). Ihrer Inthronisation als "Sendboten der FG" setzte das Prinzenpaar, beide seit Jahren "tief in der Fastnacht verhaftet", in Wort und Ton einen persönlichen Stempel auf. Ihre beiden Töchter Jule und Finja machten die Vorstellung des Prinzenpaares zu einem Quartett, bei dem die Jugend stets die Lacher auf ihrer Seite hatte. Und als die Mädchen die seit Jahren vergessenen, aber bereits geschriebenen Hochzeits-Danksagungen hervorkramten und gleich auf der Bühne zustellten, ging die närrische Post ab.

Die 27 Kinder der FG-Kindergarde schwärmten in "postgelb" auf die Bühne - angeleitet von Stefanie Geier und Rebecka Walter. In rasantem Tempo wirbelten sie auf der Bühne umher als hätten sie nur Eilbriefe im Gepäck und wurden von den strahlenden Empfängern im Saal bejubelt. Dass "Dorfkinder" nicht neben Milchkannen und ohne Netz aufwachsen, bewiesen Jule Hauk und Marisa Schell bei ihrem närrischen Geschenkpaket. Multimedial, mit jugendlicher Frische und spitzbübischem Lächeln reimten und sangen sie sich in die Herzen des Narrenvolks und bewiesen, dass sich Glücklichsein, Dialekt und Tratsch nicht ausschließen. Ihr Song: "Ich bin ein Dorfkind, darauf bin ich stolz."

Die "Beeschegarde" aus Waldstetten hatte ihre Sendung exakt und akkurat als Gardetanz eingepackt. Lina und Ralf Zang (Schneeberg/Glashofen) schnürten einen Kokolores-Jahresrückblick, bei dem die Handschrift von Papa und Tochter deutlich zu sehen war, im Wettstreit aber immer das Kind das letzte Wort hatte. Einen Gruß von der "Walpurgisnacht" verschickte die gemischte Garde der "Höhgöiker" aus Glashofen. Sie band ihr exzellentes Tanzpaket mit Hexenbesen und Zaubereien ein.

Verschiedene Briefe und Päckchen hatte Ortsglossier Andreas Fürst gepackt. Die Zustellung der "Ortspost Höpfi" (Funksteuerung Narrenschiff, das Läuten der Kirchenglocken beim Einbruch, das Unwetter mit Hagel, eine Party mit schalem Wasser, einen Hauptgewinn in Dubai oder die Busfahrt mit königlichem Happy End) übernahm er wohlgereimt, wohl sortiert und stets auch wohlgemeint selbst. Und dafür gab es ein dreifaches Sonder-Helau.

Sozusagen im Sauseschritt mit Tempowechseln, Figuren und Schrittkombinationen stellten die 15 Mädchen der Juniorengarde (Trainerinnen Laura Burger und Anna Kuhn) ihre Post an die Adressaten im Saal zu. Als Anerkennung gab es den Beifall des staunenden Publikums gleich mit. "Testen" und "Zustellen": Andreas Poser und Andreas Leiblein waren als "Wir sind der Karl" mit ihrer Rolle als Rollentester von Toilettenpapier mit "Stempele, Rolle und Uffrolle" eins mit den Postkunden. Auf ihrer Karte stand: Test bestanden.

Wenn der Halleninspekteur (Wolfgang König) seinen Besuch per Karte ankündigt, schwant einem nichts Gutes. Bürgermeister Adalbert Hauck musste den Fluchtweg-Test schwitzend bestehen, und vorher und nachher wurde vieles inspiziert und über alles gelacht, sei es über Verständliches, über Missverständnisse oder Zweideutigkeiten. Die Tänzerinnen der Prinzengarde der FG (Trainerinnen: Carmen Ackermann und Franziska Knecht) zeigten ihre tänzerische Extraklasse auf der Bühne und bekamen für ihre Leistung eine Rakete als Anerkennung.

Als "Postbote" lieferte Maxi Maurer (Merchingen) Gags und Pointen im Sekundentakt: einmal geplant, oft einfach spontan. Seine Grundlage: Informationen als "Briefausteiler" schnappt er überall auf. Er entfachte ein doppeltes Feuerwerk, als er mit "Rotschi" gemeinsam den Hit "Häng de Leffze net nob" intonierte. Zwei Alleinunterhalter auf einmal: Der Saal kochte. Wenn ein "Yamas" (Prost) erklingt und der Götterbote Hermes auf der Bühne die Hand im Spiel hat, dann geht es dem Höhepunkt entgegen. Bei der FG ist seit Jahren dafür die gemischte Garde (Trainerinnen: Saskia Berberich, Tamara Burger, Mona Streckert) zuständig. Das "Hoch" beim Finale, als das "Höpfi, Höpfi" lautstark erklang, war zugleich Dank an die Tanzgruppe, an alle Zusteller auf, vor und hinter der Bühne und insgesamt auch an die gesamte "närrische Post" der FG für eine einfallsreiche Verpackung und besten Service.

Ein Bericht von Rainer Wagner - erschienen in der RNZ: Direktlink zum online Lesen inkl. Bildergalerie

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